Die Versicherer müssen nun Klartext reden: Kunden können nun den wahren Grund erfahren, warum sie bestimmte Policen nicht bekommen. Die Versicherungswirtschaft öffnet ihre als Schwarze Liste bezeichnete Datenbank.
Im Hinweis- und Informationssystem haben Versicherer Informationen über ihre Kunden gespeichert. Die Datei richtete die Versicherungswirtschaft 1993 ein, um gegen Versicherungsbetrug vorgehen zu können.
Ein Eintrag in der Datenbank kann für den Versicherten Folgen haben. Wer in Sachen Rechtsschutzversicherung als Streithansel in der Datei vermerkt, wird er kaum mehr eine Rechtschutzversicherung bekommen. Besonders gravierend seien die Folgen für alle, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen wollen und in der Datei wegen Vorerkrankungen als schlechtes Risiko gespeichert ist. Da ist kaum einen Vertrag zu bekommen.
Bislang wusste kein Kunde, welche Informationen einzelne Versicherungskonzerne über ihn gespeichert haben. Auf Druck von Datenschützern wird sich dies nun ändern. Nun kann jeder Versicherte beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) nachfragen, ob er erfasst ist. Der Kunde muss beim Verband eine schriftliche Anfrage stellen. Zudem muss er eine Kopie seines Personalausweises mit einreichen.
Auch die Versicherungsgesellschaften müssen ihren Kunden mitteilen, dass sie Informationen in die Datenbank speichern. Falsche Eintragungen können Sie dann widersprechen und eine Löschung fordern. Sollte sich der Versicherer weigern zu löschen, können sich an den Ombudsmann der Versicherungswirtschaft wenden. Die Daten werden nach fünf Jahren automatisch gelöscht.
So erfahren Sie, ob Sie auf der Schwarzen Liste stehen:
Der Versicherte muss beim GdV einen schriftlichen Antrag stellen und diesen an folgende Adresse senden:
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, Hinweis- und Informationssystem, Wilhelmstraße 43/43 G, 10117 Berlin
Das entsprechende Formular kann unter www.gdv.de heruntergeladen werden. Dem Schreiben muss der Kunde eine Kopie (Vor- und Rückseite) seines Personalausweises beifügen
Wer noch Fragen zum Prozedere hat, kann sich beim GdV kostenlos unter 0800 - 339 93 99 informieren